Ford bringt sein erfolgreiches SUV Explorer mit dem Modelljahrgang 2011 in die Gegenwart. Rund vier Millionen von diesem Modell hatte der US-Hersteller seit 1990 verkauft, doch zum Schluss gingen die Zahlen zurück. Zu viele Dinosaurier-Gene, wie sie für die alten US-SUV typisch waren, verhinderten den weiteren Erfolg. Jetzt stellen die Amerikaner ein modernes Fahrzeug auf die Räder und können hoffen, im wieder wachsenden SUV-Markt weiter erfolgreich zu sein.

Kastenrahmen, Schlichtfahrwerk und Spritfresser unter der Motorhaube haben auch in den USA ihr Existenzrecht verspielt. Die Amerikaner haben mit der Energiekrise und dem Zusammenbruch der eigenen Automobilindustrie gelernt, dass moderne Autos genauso groß, besser und sparsamer zu fahren sein können. So rollt der neue Explorer auf der Plattform der ehemaligen Ford-Tochter Volvo. Unter der selbsttragenden Karosse mit dem aktuellen Ford-Gesicht steckt ein Gutteil vom Volvo XC 90-Fahrwerk.

Bei der Motorisierung hat man auf den bisherigen 4,6-Liter-Achtzylinder verzichtet. Als Basismotorisierung wird nun ein moderner V6 mit 3,5 Liter Hubraum und 213 kW / 290 PS und einem maximalen Drehmoment von 347 Newtonmeter (Nm) eingebaut. Später soll auch ein Zwei-Liter-Vierzylinder der Ecoboost-Baureihe folgen, der 174 kW / 237 PS leistet und 340 Nm entwickelt.

Der direkt einspritzende Turbomotor aus Europa soll sogar teurer werden als der Sechszylinder, obwohl die mit ihm angetriebene Explorer-Variante nicht über Allradantrieb verfügt. Offenbar ist Ford sich sicher, dass die Amerikaner nicht nur dessen besseres Ansprech- und Beschleunigungsverhalten, sondern besonders seinen niedrigeren Verbrauch honorieren werden. Er soll bei den rund 100 km/h Höchstgeschwindigkeit auf US-Highways nur neun Liter auf 100 km brauchen und sich im Stadtverkehr mit 13 Litern begnügen.

Etwas mehr als fünf Meter misst der Neue. Damit kann er auch die in den USA bei Fahrzeugen dieser Klasse fast schon obligatorische dritte Sitzbank unterbringen und großzügige Platzverhältnisse anbieten. Der Innenraum lässt sich flexibel gestalten, weil alle Sitze klappbar sind und sich letztlich eine ebene Ladefläche ergibt. Die Zuladung und die maximal zulässige Anhängelast von fast 2,3 Tonnen beim Sechszylinder passen dazu.

Ford war das erste Unternehmen, das bei seinen US-Modellen verstärkt auf Innenraumgestaltung und -qualität setzte. Das gilt natürlich auch für den Explorer, der auch ein fortschrittliches Infotainmentsystem erhielt.

Ford hat in den USA mit seinem aktuellen Angebot Erfolg, auch bei jüngeren Amerikanern. Deswegen hoffen die Amerikaner, mit dem Explorer nahtlos an den Erfolg des kompakteren SUV Ford Edge anschließen zu können. Die Preise für den Explorer liegen zwischen 29.000 US-Dollar und über 40.000 US-Dollar, in Euro also zwischen 22.000 und mehr als 30.000. Bei solchen Preisen könnte man dem Explorer auch in Deutschland eine glanzvolle Zukunft vorhersagen. Aber leider kommt er nicht nach Europa. (ampnet/Sm)

Daten Ford Explorer

Länge x Breite x Höhe (m): 500,5 x 229 (mit Spiegeln) x 1,79
Motor: Sechszylinder–Benziner, 3497 ccm, DOHC, Saugrohreinspritzung
Leistung: 213 kW / 290 PS bei 6500 U/min
Max. Drehmoment: 347 Nm bei 4000 U/min
Motor: Vierzylinder Ecoboost, 1999 ccm, Turbolader, Direkteinspritzer
Leistung: 174 kW / 237 PS bei 5500 U/min
Max. Drehmoment: 340 Nm zwischen 1750 und 4000 U/min
Verbrauch Ecoboost (nach US-Norm): Highway 9 l, City 13 l
Preise: zwischen 29.000 und mehr als 40.000 US-Dollar

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