Anlässe für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) (ampnet/bast)
Anlässe für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) (ampnet/bast)
Gleich drei Begriffe stehen für einen Test, der Autofahrern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wenn sie sich ihm unterziehen müssen: Juristen sprechen von der „Begutachtung der Fahreignung“, die Technischen Überwachungsvereine Deutschlands, von denen einige neben anderen Institutionen diese Prüfung durchführen, nennen ihn Medizinisch-Psychologische Untersuchung (abgekürzt: MPU), der Volksmund spricht geringschätzig vom Idiotentest.

Seit nunmehr 60 Jahren – 1954 wurde der Test erstmals eingeführt – stellt die MPU eine Prognose darüber, ob der zur Antragsteller ohne Gefahren für die Allgemeinheit ein Auto oder ein Motorrad führen darf und dient als Hilfe für Fahrerlaubnisbehörden zur Vorbereitung der Entscheidung über die Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis. 2013 mussten sich genau 94.819 Männer und Frauen im Rahmen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung begutachten lassen. Das waren knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr, wie jetzt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach wissen ließ, womit der in den vergangenen Jahren rückläufige Trend der Begutachtungszahlen ein Ende fand.

Wie hart der Test für manchen ist, zeigen ein paar Zahlen: Rund 57 Prozent aller begutachteten Personen wurden als „geeignet“ beurteilt, 2012 waren es 56 Prozent. Knapp 36 Prozent – und damit ein Prozent weniger – wurden „ungeeignet“ und etwa sieben Prozent wie in 2012 als „nachschulungsfähig“ eingestuft.

Zwar spielt der Alkohol bei der Mehrzahl aller angeordneten Prüfungen immer noch die Hauptrolle. Mit 47.418 Untersuchungen, und damit über der Hälfte aller Begutachtungen, war Alkohol am Steuer wie in den Vorjahren der häufigste Grund für eine MPU. Doch insgesamt gingen 2013 die Begutachtungen wegen Trunkenheit um knapp zwei Prozent zurück. Ein Anstieg der Begutachtungen ist vor allem im Bereich des Betäubungsmittel-Missbrauchs zu beobachten. Hier erhöhte sich die Zahl der Untersuchungen im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent auf 20 534.

Ein Trost bleibt den Kandidaten, die im „Idiotentest“ durchfallen: Sie können einen neuen Test nach einem festgesetzten Zeitraum erneut beantragen. (ampnet/hrr)

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