Die Diskussion hatten wir schon bei so manchem Autotyp: Welche Variante ist schöner – die Limousine oder der Kombi? Beim Opel Astra Sports Tourer wird sie sich wiederholen; denn der Kombi zum Astra sieht gut aus und wirkt sehr erwachsen. Für das Opel-Marketing ist der Ausgang der Diskussion offenbar schon klar. In Rüsselsheim geht man davon aus, dass mittelfristig 57 Prozent aller Astra als Sports Tourer bestellt werden.

Auch für diesen Kombi gilt: vorne Astra, hinten neu. Ab der B- Säule beginnt das Kombiheck, das allerdings nicht senkrecht, sondern geneigt endet und sich – wie beim Insignis Sports Tourer – mit einer angerundeten Klappe und einer Heckscheibe, die sich scheinbar in die Seiten hineinzieht. Um dem Kombiheck den sachlichen Nutzfahrzeug-Eindruck zu nehmen, wurde die Fensteroberkante in sanftem Schwung nach unten gezogen. So entsteht trotz des nahezu geraden Dachs ein zierlicherer Eindruck.

Zusammen mit der recht steil ansteigenden Fensterunterkante, der ebenfalls ansteigenden Charakterlinie in Höhe der Türgriffe, den ausgestellten Kotflügeln und dem Schweller, der sich in als Sichel nach oben schwingt, entsteht hinter dem Astra-Anfang ein passendes Ende, so, als wolle sich Opel mit diesem Fahrzeug in die Reihe der Lifestyle-Kombis einordnen, deren Laderäume nie im Leben einen Farbeimer, dafür aber viel Sportgerät transportieren.

Doch natürlich hat Opel nicht nur den Privat- oder Dienstwagenfahrer im Blick. Auf den kleinen Gewerbetreibenden und das Fahrzeug für den Monteur größerer Unternehmen will man nicht verzichten. Mehr als jeder zweite Astra Sports Tourer wird sich in dem Marktsegment der Flotten tummeln. Das zeigt sich auch beim Einstiegspreis. Der Sports Tourer mit dem 1,4-Liter-Benziner und 74 kW / 100 PS samt Fünf-Gang-Getriebe kostet in der Variante „Selection“ 18.000 Euro. Der teuerste Astra Sports Tourer, ein 2.0 CDTi Ecotec mit 118 kW / 160 PS und Sechs-Gang-Automatik in der Top-Variante „Innovation“, kostet in der Basis 29.605 Euro.

Beide verfügen über 500 Liter Kofferraumvolumen, der sich auf 1550 Liter erweitern lässt. Beim Erweitern kann man gleich eine Komforteinrichtung kennenlernen: Drückt man einen Knopf im Laderaum, kippen die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 selbsttätig nach vorn (Flex Fold). Dabei entsteht eine fast ebene Ladefläche. Will man sie ganz eben haben, muss man vorab die Sitzpolster der Rücksitze nach vorn klappen. Allerdings wird dadurch der sonst auffällig große Verstellbereich der Vordersitze empfindlich eingeschränkt. Dann müssen kleine Fahrer ans Volant.

Im 1,83 Meter langen und 1,03 Meter breiten Laderaum stört kein Radhaus das Beladen, dank der Astra-Verbundlenkerhinterachse. Das Rollo zur Abdeckung der Ladung schwingt mit der Klappe nach oben (Easy Acess). Es lässt sich sehr leicht ausbauen und passt – mit vielen anderen Dingen – unter den Laderaumboden. Später soll auch das Fahrradträger-System im hinteren Stoßfänger des Astra auch im Sports Tourer bestellt werden können.

Vier Dieselmotoren mit 1,3, 1,7 und zwei Litern Hubraum und Leistungen zwischen 81 kW / 110 PS und 118 kW / 160 PS stehen zur Wahl, alle mit Sechs-Gang-Getrieben, beim 2.0 CDTi auch mit einer Sechs-Gang-Automatik als Option. Der 1,3-Liter-Diesel wird ab Januar als erster Motor auch mit einem Start-Stopp-System angeboten. Bei den Benzinern gibt es nach der Downseizing-Operation bei den neuen Ecotec-Motoren nur noch zwei Hubräume (1,4 und 1,6 Liter), aber vier Leistungsstufen von 74 kW / 100 PS bis 132 kW / 180 PS, zwei davon mit Turboladern. Eine OPC-Variante wird sicherlich folgen. Die beiden Einstiegsvarianten werden mit Fünf-Gang-Getrieben geliefert, der 1,6 Ecotec mit 85 kW / 115 PS und das Spitzenmodell unter der Benzinern auch mit einer Sechs-Gang-Automatik.

Wir fuhren jetzt im türkischen Istanbul und der asiatischen Umgebung der 20-Millionen-Stadt den 1,4 Turbo Ecotec mit 104 kW / 140 PS und Sechs-Gang-Handschalter sowie dem Flex Ride-Sicherheitsfahrwerk, das die Abstimmung des Fahrwerks automatisch an die vorherrschenden Straßenverhältnisse anpasst und per Knopfdruck auf komfortabel oder sportlicher getrimmt werden kann sowie den 2.0 CDTi Ecotec mit 92 kW / 125 PS, ebenfalls mit Sechs-Gang-Handschalter.

Nach den guten Erfahrungen mit dem 1,4-Liter-Turbo im Opel Meriva, dem frisch gekürten Träger des Goldenen Lenkrads, und nun mit dem Sports Tourer würde unsere Wahl auf diesen Motor fallen. Wollten wir einen Diesel, wäre es der 1,7 CDTi. Es dürfte kein Risiko darstellen, beiden Motoren die besten Chancen im Markt vorherzusagen. Schade nur, dass ein Start-Stopp-System für sie noch nicht zur Verfügung steht. Im Stau auf den Brücken über den Bosperus hätte es sich bewähren können. So bleibt es für den Diesel bei einem Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 4,5 Litern und beim Benziner von 6,1 Litern.

Auf den schlechten Straßen im Umland von Instanbul konnte das Flex Ride-Fahrwerk zeigen, was es kann. In der Komforteinstellung bügelt es schlechte Wegstrecken in einer Manier weg, die bei Fahrzeugen dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Mit dem Druck auf die Sporttaste fühlt sich auch der Sports Tourer gleich sportlicher und straffer an, wird dabei aber nie unkomfortabel. Der Kompromiss ist gelungen, nicht nur beim Fahrwerk. Der Astra Sports Tourer wird seinen Weg in den Flottenmarkt ebenso finden wie in den Privatmarkt. Am Freitag und Sonnabend, 11. und 12. November 2010, geht’s los. Dann steht der Neue beim Händler. (ampnet/Sm)

Daten Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo Ecotec Innovation

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,70 x 1,81 x 1,54
Motor: Vier-Zylinder-Benziner, 1364 ccm, Turbo
Leistung: 103 kW / 140 PS bei 4900 – 6000 U/min
Maximales Drehmoment: 200 Nm bei 1850 – 4900 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,5 s
Verbrauch (Schnitt nach EU-Norm): 6,1 Liter
CO2-Emission. 144 g/km (Euro 5)
Leergewicht / Zuladung: 1393 kg / 567 kg
Maximale Anhängelast (gebremst): 1200 kg
Kofferraum: 500 bis 1550 Liter
Räder / Reifen: 7 J x 17 / 215/50 R 17
Wendekreis: 10,9 m
Basispreis: 24.950 Euro

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