Um die echte Performance von Rennfahrzeugen und straßenzugelassenen Sportwagen zu messen, empfiehlt sich der Vergleich von gefahrenen Rundenzeiten auf abgesperrten Rennstrecken stets mehr als nur pures Gegenüberstellen von Datenblatt-Zahlenkolonnen. Stimmts? Wohl niemand wird diese These ernsthaft anzweifeln!

Ebenso besteht kein Zweifel daran, dass der über eine Gesamtleistung von 887 PS verfügende Porsche 918 Spyder ein schnelles Auto ist. Ein verdammt schnelles sogar. Umso ehrfurchtgebietender ist allerdings die Tatsache, dass die jetzt bei den US-Car-Spezialisten von GeigerCars erhältliche Dodge Viper ACR (American Club Racer), dem Zuffenhausener High-Tech-Hybrid-Renner mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb dessen Streckenrekord (1:29,89 Min.) auf dem traditionsreichen Laguna Seca Raceway (Kalifornien/USA) nicht nur entriss, sondern dem 918 dabei mit einer Bestzeit von 1:28,65 Minuten auch gleich einen Rückstand von mehr als 1,2 Sekunden einschenkte. Der Porsche seinerseits hatte vorher den 916 PS starken McLaren P1 (1:30,71 Min.) um rund 0,8 Sekunden abgehängt. Am Steuer saß auf allen drei Rekordrunden Laguna Seca-Spezialist Randy Pobst.

Doch damit nicht genug: Auch auf zwölf weiteren US-Racetracks setzte die Viper ACR zuvor neue Bestzeiten und hält damit derzeit mehr Streckenrekorde als jedes andere Serienfahrzeug der Welt!

Um diese Performance erzielen zu können wurde der „American Club Racer“ umfassend verschärft: Auf Basis der Standard-Viper stellen die Dodge/SRT-Ingenieure in Kooperation mit dem Rennteam, welches die Viper GTS-R-Rennwagen in der United SportsCar Championship einsetzt, ein messerscharfes Tracktool mit Straßenzulassung auf die breiten Reifen. Das Rezept lautete dabei nicht „maximale Leistung“. Denn der Power-Output des frei saugenden 8,4-Liter-V10-Triebwerks stieg nur um vernachlässigbare fünf Pferdestärken auf nun insgesamt 654 PS. Das Drehmoment blieb sogar identisch, ist mit 814 Nm allerdings ohnehin das höchste aller Saugmotor-Sportwagen der Welt. Auch die Höchstgeschwindigkeit setzt mit 285 km/h keine neuen Bestmarken.

Ihren Speed bezieht die 2016er Dodge Viper ACR vielmehr aus ihren Motorsport-Genen, namentlich dem gewaltigen Grip, der sowohl aerodynamisch als auch mechanisch generiert wird.

Bei GeigerCars.de in München ist der American Club Racer mit dem brutalen „Extreme Aero Package“ erhältlich: Am mächtigen Nüstern trägt die Viper ACR mit diesem einen üppig dimensionierten Frontsplitter, die den Fahrwind über das Auto „hebt“, anstatt ihn darunter rutschen zu lassen. An der Frontschürze installierte Doppel-Flaps leiten den Luftstrom nach achtern, wo ihn ein 1,88 Meter breites und einstellbares Heckleitwerk mit Gurney Flap und seitlichen Luftleitelementen in Downforce und Spurstabilität ummünzt. Eine Etage tiefer findet sich darüber ein Carbon-Heckdiffusor mit sechs großen Finnen, der die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten weiter optimiert. Luftauslassöffnungen befinden sich sowohl in der markanten Motorhaube als auch auf den vorderen Kotflügeln. Das Ergebnis dieser Flügel-Bewehrung ist beeindruckend: Bei Höchstgeschwindigkeit presst der Fahrwind die Viper ACR mit beinahe einer Tonne Abtrieb auf den Asphalt.

Die Bodenhaftung der eigens für die Viper ACR konstruierten und gebackenen Kumho Ecsta V720-Hochleistungsbereifung der Dimensionen 295/25R19 und 355/30R19, die Querbeschleunigungskräfte von bis zu 1,5 g übertragen können soll, perfektioniert ein sowohl in der Höhe als auch in Druck- und Zugstufendämpfung individuell einstellbares Bilstein-Gewindefahrwerk mit gegenüber der Standard-Viper signifikant härteren Federn und erhöhtem Hinterachs-Sturz. Für dem mächtigen Vorwärtsdrang adäquate Negativbeschleunigungen sorgt eine leichte Carbon/Ceramic-Bremsanlage aus dem Hause Brembo mit 6-Kolben-Sätteln und 390-mm-Bremsscheiben an der Vorder- sowie 4-Kolben-Sätteln und 360er Scheiben an der Hinterachse, die zudem auch die ungefederten Massen reduziert und so das Fahrzeughandling optimiert.

Selbstverständlich wurden auch die Softwares des ABS und des ESP auf die neuen Hardware-Bedingungen und die Track-Tauglichkeit der Viper ACR hin abgestimmt.

Statt motorsportlicher Kargheit erwartet die Passagiere im Fahrgastraum der Dodge Viper ACR ein schmuckes Racing-Style-Interieur mit Alcantara- und Carbon-Akzenten am Armaturenbrett, an den Türverkleidungen, an den Sportsitzen sowie am unten abgeflachten Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung.

Medienberichten zufolge soll die Produktion der Dodge Viper im Jahr 2017 übrigens eingestellt werden, sodass die 2016er Viper ARC vermutlich das schärfste Exemplar einer dann 25-jährigen Modellgeschichte bleiben wird. In Deutschland kann die Viper ACR über GeigerCars betogen werden.

Technische Daten Dodge Viper ACR
Motor: V10-Ottomotor
Hubraum: 8.382 ccm
Leistung: 481 kW (654 PS) bei 6.150 U/min
Drehmoment: 814 Nm bei 4.950 U/min
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch innerorts/außerorts/kombiniert: 18,1 / 12,7 / 15,2 l pro 100 km (Super)
Höchstgeschwindigkeit: 285 km/h
Co2-Ausstoß, kombiniert: 380 g/km
Energieeffizienzklasse: G
Emissionsklasse: EURO6
Grundpreis: ab 179.000 Euro

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