Soll man sein Auto im Winter waschen oder nicht? Darauf gibt es eine klare Antwort: Ja, man soll nicht nur sein Auto waschen, man muss sogar. Dafür gibt es nach Meinung des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zwei Gründe: Verkehrssicherheit und Werterhalt.

Ergraute, von Dach bis Reifen in Salz gehüllte Fahrzeuge reflektieren Sonnen- oder Scheinwerferlicht kaum, werden daher leichter übersehen und statistisch betrachtet häufiger in Unfälle verwickelt. Selbst Tagfahrlicht dringt nur noch müde durch schmuddelige Scheinwerfer-Scheiben. Das Abblendlicht verliert ausgerechnet jetzt dramatisch an Reichweite, wo es am meisten benötigt wird.

Doch stark verschmutzte Fahrzeuge können auch teuer werden. Wenn Beleuchtungseinrichtungen nahezu unsichtbar und Kennzeichen mit ihren amtlichen Plaketten nicht mehr lesbar sind, kostet das zwischen fünf und 35 Euro. Das Geld lässt sich besser in Wagenwäschen investieren. Dabei muss es nicht das teuerste Programm sein, lieber preiswert und öfter waschen, nur eine Trocknung sollte mit dabei sein, empfiehlt der ZDK. Das ist auch für die Karosserie am besten.

Zwar rosten Autos heute längst nicht mehr so schnell und so schlimm wie noch vor 20 Jahren, aber dauerhafter Kontakt mit aggressivem Streusalz schadet trotzdem. Es greift zwar nicht unbedingt das Blech an, das heute durchweg ordentlich lackiert und auch oft verzinkt ist, aber die diversen Installationen im und unter dem Auto wie Bremsen, Bremsleitungen, Kühler, Klimaanlagen-Kondensator oder auch der Ölwanne . Diese werden bei einer Wäsche zwar nicht wirklich gereinigt, aber das dagegen spritzende und darüber fließende Wasser bewirkt eine Verdünnung der Salzkonzentration und beugt so Korrosion vor. Dies gilt auch für Hohlräume in den Türen, die durch die Fensterschächte Kontakt mit Salzwasser bekommen.

Wie oft sollte im Winter gewaschen werden? So oft wie nötig, abhängig von der Verschmutzung. Spätestens wenn der Durchblick durch die Seitenscheiben getrübt ist, sollte die nächste Fahrt in die Waschanlage führen.

Bedenken wegen zufrierender Türschlösser oder Dichtgummis zerstreut der ZDK mit dem Hinweis auf entsprechende Pflegemittel. Die wenigsten modernen Autos müssen außerdem heute noch mit dem Schlüssel im Schloss geöffnet werden. Und Tür- und Fenstergummis frieren ohnehin nur an, wenn sie völlig ausgetrocknet sind und deshalb Wasser aufnehmen. Auf Vaseline sollte bei der Pflege allerdings verzichtet werden, denn sie enthält für das Gummi schädliche Erdöl-Bestandteile. So spricht eigentlich nur ein Hemmnis gegen die winterliche Wäsche: zu niedrige Temperatur. Dann haben viele Waschstraßen ohnehin geschlossen. Und gegen den Besuch einer beheizten Waschstraße spricht nichts, sofern das Auto anschließend ein paar Kilometer trockengefahren und nicht etwa nass abgestellt wird. Die Bremsen sollten aber auf jeden Fall – entsprechend der Verkehrssituation – gefühlvoll trockengebremst werden, damit die Beläge nicht über Nacht anfrieren. Dann ist Waschen im Winter eine sichere Sache. (ampnet/jri)

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